Nothing verspricht, die Firmware des Smartphones für mindestens drei Jahre aktuell zu halten. Sicherheitsupdates sollen sogar vier Jahre lang bereitstehen.

Die Preise spielen nicht in der iPhone-Liga. In der kleinsten Version zahlt man 469 Euro für 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Die Middle-Edition mit 256 GB kostet mit 499 Euro nur wenig mehr. Für die Top-Version mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher veranschlagt Nothing 549 Euro.

Ab 21. Juli startet der Verkauf – aber nur der ersten beiden Versionen. Die Top-Edition ist noch ohne Verkaufsstart-Datum. In den USA traut sich Nothing noch nicht ran, der Release findet im iPhone-Geburtsland erst "später" statt. In Deutschland hat Nothing mit der Telekom eine exklusive Netzpartnerschaft geschlossen. Aber auch Amazon, Mobilcom Debitel, SparHandy und andere Retailer bieten das Nothing Phone (1) an.

Die ersten Tester sind teils angetan, teils nicht wirklich euphorisch. 

Notebookcheck schreibt: "Besonderes gut gefällt uns die Kamera und das schlanke Nothing OS." 

ComputerBild findet: "Die bisherigen Features machen in jedem Fall einen soliden Eindruck."

Heise kritisiert bei aller Freude über einen neuen Mitbewerber: "Vor allem die Software gibt jedoch noch einige Rätsel auf. Löblich ist, dass Nothing das Phone 1 komplett ohne Bloatware anbietet und mit kaum angepasstem, nacktem Android 12 auf die Reise schickt. Jedoch fehlen dem Betriebssystem praktische Zusatzfeatures, die es bei anderen Herstelleroberflächen gibt. Das Phone 1 verfügt etwa nicht einmal über einen Einhandmodus. Das Smartphone verweigert zudem die Einrichtung von Zahlungsmitteln über Google Pay mit dem Hinweis, es könne gerootet oder die Software anderweitig verändert worden sein. Diese Einschränkung sollte Nothing schnell mit einem Update aus der Welt schaffen."

Golem zeigt sich zufriedener: "Das Phone (1) gefällt uns im ersten Hands-on sehr gut. Das Smartphone ist hochwertig verarbeitet, hat einen sehr guten Bildschirm, bietet gute Leistung im Alltag und hat eine aufsehenerregende Rückseite. Wie gut es im Detail ist, wird sich in unserem ausführlichen Test zeigen."

Das Portal pocketlint lästert: "Viel Lärm um Nichts." 

Es ist also noch ein langer Weg bis zum iPhone… Jedoch ist die Topversion des Phone (1) allemal günstiger: Das aktuell teuerste iPhone-Modell 13 Pro Max kostet in der besten Konfiguration 1829 Euro, rund 1280 Euro mehr als das Nothing Phone (1) – aber es ist eben kein iPhone! Und das kaufen sich viele ja auch als Statussymbol. Koste es, was es wolle.

Das sind die Themen in TechTäglich am 13.7.2022:

"Anti iPhone“: Lohnt das neue Nothing Phone (1)?

Oh weh VW! Apple Auto: Immer mehr Details geleakt

US-Techbranche: Eine Entlassungswelle jagt die nächste

Sorgen um Sicherheit: WhatsApp-Chef warnt persönlich

Das erste Eis von Nintendo ist da


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.