Zuckerbrot zur Peitsche

Die neuen Gebühren dürften die Kalkulationsberechnungen so mancher Amazon-Händler komplett über den Haufen werfen, vor allem, da die Höhe der Gebühren im Voraus nicht so ohne weiteres berechnet werden kann. Speziell Anbieter von saisonalen Produkten müssen neu denken.
Noch weiter verkompliziert wird die neue Lagergebühren-Rechnung durch das Zuckerl, mit dem Amazon seinen Sellern größere Lagerbestände schmackhaft zu machen versucht: So werden zeitgleich mit der Einführung der neuen Gebühren die monatlichen Lagergebühren für Produkte in Standardgröße um durchschnittlich 0,09 $ pro Kubik-Fuß gesenkt - allerdings nur außerhalb der Spitzenzeiten, also von Januar bis September.

Aktuell gilt die neue Gebührenordnung nur für die amerikanischen Amazon-Lager. Doch auch in Europa ist der FBA-Lagerplatz knapp und wertvoll. Sollte die Gebühr in den USA zum gewünschten Ergebnis führen - nämlich dazu, dass Seller ihre Lagerplätze möglichst ausreizen und vor allem Schnelldreher lagern - könnte sie schneller in die Pan-EU-Region kommen, als das so manchem Seller lieb wäre.

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Autor: Ingrid Lommer

Ingrid Lommer ist die Plattform-Expertin der W&V-Redaktion. Sie behält Online-Marktplätze in Deutschland, Europa und der Welt im Blick, verfolgt die aktuellsten Änderungen auf dem Amazon-Marktplatz und späht mögliche Verfolger aus - weshalb sie auch Marktplatz-Anwandlungen von TikTok, Shopify oder Meta hochspannend findet. Ihre Expertise vertieft sie alle zwei Wochen beim Talk mit Valerie Dichtl im Podcast-Format "Let's talk Marketplace". Natürlich ist sie deshalb auch Ansprechpartner Nummer 1, wenn es um die Ausgestaltung von Plattform-Themen auf den Events ihres Verlags wie zum Beispiel der „Marketplace Convention“ geht. Dabei liegt ihr besonders der Austausch und das Networking innerhalb der Community der "Marktplatz-Menschen" am Herzen.